Ihr gutes Recht

Seit 1968 ist die Ab­hän­gig­keit von Rau­sch­mit­teln als Krank­heit an­er­kannt und die Be­trof­fe­nen ha­ben ei­nen Rechts­an­spruch auf ei­ne fach­ge­rech­te Be­hand­lung mit an­sch­lie­ßen­der Nach­sor­ge. Die Kos­ten wer­den in der Re­gel von den Ren­ten­ver­si­che­run­gen ge­tra­gen.

Eine alte Geschichte

Die Ge­schich­te der Rau­sch­mit­tel ist so alt wie die Mensch­heit selbst. Mal wa­ren sie st­reng ein­ge­bet­tet in re­li­giö­se oder kul­tu­rel­le Ri­tua­le, mal frei ver­füg­bar für Ge­nuss, Ent­span­nung und Ge­sel­lig­keit - aber auch für Al­ko­hol- und Dro­gen­ex­zes­se qu­er durch al­le Kul­tu­ren und Völ­ker. Und schon im­mer gab es Men­schen, die süch­tig nach die­sen Rau­sch­mit­teln wur­den. 

Aber es dau­er­te bis zum An­fang des 20. Jahr­hun­derts, dass die­ser Sach­ver­halt erst­mals als "Krank­heit" be­schrie­ben und be­zeich­net wur­de. Und fast wei­te­re 70 Jah­re, bis ein Ge­richt den An­spruch auf Be­hand­lung und Kos­te­n­er­stat­tung fest­schrieb.

Und es wird ver­mut­lich noch wei­te­re 50 Jah­re dau­ern, bis die­se Er­kennt­nis sich in al­len Köp­fen fest­ge­setzt hat. Lei­der!

Rechtliche Bestimmungen

Die Al­ko­hol­ab­hän­gig­keit wur­de 1968 in ei­nem Grund­satz­ur­teil als Krank­heit an­er­kannt. So­mit be­steht ge­mäß § 27 SGB V für kran­ken­ver­si­cher­te und be­hand­lungs­be­dürf­ti­ge Al­ko­hol­ab­hän­gi­ge ein um­fas­sen­der An­spruch auf Kran­ken­be­hand­lung ein­sch­ließ­lich der Se­kun­där­präv­en­ti­on, das heißt der Früh­er­ken­nung und Ver­kür­zung der Dau­er ei­ner Krank­heit.

Die Be­hand­lung um­fasst kör­per­li­che, so­zia­le und see­li­sche Aspek­te. Nach § 70 Abs. 1 SGB V muss ei­ne Ver­sor­gung der Ver­si­cher­ten ent­sp­re­chend dem all­ge­mein an­er­kann­ten Stand der me­di­zi­ni­schen Er­kennt­nis­se si­cher­ge­s­tellt wer­den. Fer­ner muss die Ver­sor­gung „aus­rei­chend und zweck­mä­ß­i­g“ sein und „wirt­schaft­lich er­brach­t“ wer­den. 

Wei­ter­hin ha­ben die Ver­si­cher­ten ge­mäß § 39 Abs. 1 SGB V An­spruch auf ei­ne voll­sta­tio­nä­re Be­hand­lung in ei­nem zu­ge­las­se­nen Kran­ken­haus, wenn das Be­hand­lungs­ziel nicht durch teil­sta­tio­nä­re, vor- und nach­sta­tio­nä­re oder am­bu­lan­te Be­hand­lung ein­sch­ließ­lich häus­li­cher Pf­le­ge er­reicht wer­den kann.